Posts Tagged ‘Bewußtsein

01
Dez
10

Persönlichkeitsentwicklung – SelbstLiebe, Zufälle und Gesetzmäßigkeiten

Albert Metzler Free your mind - Das kreative Selbst

Von Albert Metzler | Inspiration

Eine grundsätzliche Schwierigkeit im Umgang mit den verschiedenartigen Einflüssen, die unser Denken bestimmen, liegt vor allen Dingen darin, dass diese zumeist unbewusst wirken. Da sie unseren Gewohnheiten und unseren sozialen Prägungen entspringen, empfinden wir sie zunächst nicht als etwas Fremdes. Und es bedarf oft eines langwierigen und auch schwierigen Prozesses, um erstarrte und blockierende Muster überhaupt zu erkennen und schließlich aufzubrechen. Denn unsere individuellen Vorstellungen und Ansichten liegen häufig tief in unserem Inneren verborgen, überlagert von all dem gelernten, angeeigneten, habituellen und aktuellen Wissen.

Bei Friedrich Nietzsche lesen wir: „Die erste Meinung, welche uns einfällt, wenn wir plötzlich über eine Sache befragt werden, ist gewöhnlich nicht unsere eigene, sondern nur die landläufige, unsrer Kaste, Stellung, Abkunft zugehörige; die eignen Meinungen schwimmen selten obenauf.“ Es bedarf deshalb einer bewussten Auseinandersetzung mit den Determinanten des eigenen Denkens zusammen mit dem wachsenden intuitiven Verstehen des universalen energetischen Zusammenhangs, in dem sich das Selbst befindet.

Für viele Menschen liegt der Beginn eines solchen Prozesses nicht selten in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Elternhaus. Denn gerade hier werden nachhaltige Prägungen vollzogen.

Besonders das durch die Eltern oder durch entsprechende feste Bezugspersonen vermittelte Wertesystem hat großen Einfluss auf die persönlichen Entscheidungen und Handlungen. Schließlich ist es das fremdvorgestellte System, mit dem man aufwächst, von dem man vorgeprägt wird, in dem man seine ersten und entscheidenden Erfahrungen und Erkenntnisse macht, und das in einer Entwicklungsperiode – nämlich in der Kindheit –, in der die Grundlagen unseres gesamten Lebens gelegt werden. Und spätestens bei der Berufswahl entstehen dann bei vielen jungen Menschen starke Konflikte mit den Eltern, weil diese beispielsweise einen Beruf bevorzugen, der eine gewisse Sicherheit verspricht, wohingegen junge Menschen nach der Schule vor allen Dingen ihre persönlichen Neigungen und Leidenschaften berücksichtigen wollen (die genauso wenig dem Selbst entsprechen und willkürlich gewählte Realitäten sein können).

An dieser Stelle prallen oft also das elterliche Wertesystem und die eigenständig entwickelten Gedankenflüsse aufeinander, und bisher gewohnte Muster werden über Bord geworfen.

  • Sind solche Bewusstseinsprozesse unerlässlich?

Diese Prozesse sind unerlässlich für die eigene Identitätsbildung und für die Entfaltung der Persönlichkeit, sie verändern das eigene Leben grundlegend, was häufig verbunden ist mit tiefen Konflikten und so manch schmerzhafter (Selbst-)Erkenntnis.

Das Schönste, was im Selbst-Coaching geschehen kann, ist das plötzliche Erkennen des Selbst, das Eintreten eines überwältigenden neuen Bewusstseins von Allem und Nichts verbunden mit dem sofortigen tiefen inneren Bedürfnis die Liebe in sich und in der eigenen Realität zum Blühen zu bringen. Dieses Erkennen wird irgendwann auch plötzlich da sein, aber bei vielen setzt es einen Prozess des Fragens, Spürens, Immer-mehr-Verstehens voraus. Doch einmal begonnen, entfesseln solche Selbst-Coaching-Prozesse Energien, deren Drang zur weiteren Entfaltung kaum mehr aufzuhalten ist und deren kleinste Wechselwirkung mit dem Empfangenden schon so erhebend, erweiternd und schön ist, dass eine Rückkehr, eine Trennung von diesen Lebensenergien als viel zu schmerzhafter und verrückter Rückfall in die dunkle Höhle erscheinen würde. In Nietzsches Bildern gesprochen, hört sich dies noch bedrohlich an: „Das leichte Befassen mit freien Meinungen gibt einen Reiz, wie eine Art von Jucken; gibt man ihm mehr nach, so fängt man an, die Stellen zu reiben; bis zuletzt eine offene schmerzende Wunde entsteht, das heißt: bis die freie Meinung uns in unserer Lebensstellung, unsern menschlichen Beziehungen zu stören, zu quälen beginnt.“

Qualen sind es aber nur, solange noch Angst vor dem Selbst da ist. Es ist die Angst vor der Größe und Bedeutung der Offenbarung. Je geringer diese seelenstärkste Form der Angst wird, desto schöner werden auch alle Realitäten, die aus dem Selbst zu schaffen begonnen worden sind. Die Menschen, die diese Angst überwunden haben, sprechen von der göttlichen Katharsis.

  • Welche Gesetzmäßigkeit wird nach der Überwindung der Angst vor dem Selbst entdeckt und gelebt?

Alle vorangegangenen Ausführungen laufen auf die erstaunliche Tatsache hinaus, dass die Welt letztlich immer eine Spiegelung unseres Inneren ist. Wenn wir Zusammenhänge erkennen wollen, werden sich diese Zusammenhänge zeigen; wenn wir eine Zahl für bedeutsam erklären, wird sich die Bedeutsamkeit eben dieser Zahl zeigen. Unsere Außenwelt ist in allen Fällen, was wir im Innersten sind. Im ganzen Universum gibt es keine Zufälle, hier ist alles Teil eines in sich geschlossenen Systems – davon gehen heute selbst die meisten Physiker und Astronomen aus. Alles geschieht im Rahmen von zweckmäßigen Gesetzmäßigkeiten. Und es ist das Bewusstsein des Körpers, der Seele und des Geistes, das durch seine Gedankenflüsse, Emotionen und Handlungen die Gesetzmäßigkeiten zur Wirksamkeit bringt. Was der Mensch dann mit Zufall bezeichnet, ist das, wovon er die Ursache nicht kennt. Manche Vorgänge sind offensichtlich, andere sind es nicht. Der Vorteil des Prinzips Zufall ist die Freiheit: Alles ist möglich, es gibt keine Grenze, die nicht durch Weiterdenken zu überwinden wäre, Zufall fällt uns zu und es kommt auf unser Verhalten (auf unsere inneren Verhältnisse) an, weshalb er uns zufällt (weil wir ihn sonst nicht wahrnehmen würden) und was aus dem Zufall für uns wird (etwas liebenswertes oder etwas abstoßendes).

Das ist die Gesetzmäßigkeit: Der Zufall ist ein energetisches Ereignis. Unsere energetische Anziehung verursacht Zufall, unsere energetische Aufladung ermöglicht uns das Erkennen und die Art des Erkennens unseres Zufalls. Jeder Zufall ist deshalb eine schöpferische Offenbarung einer unserer Seiten – es liegt an uns, diese Seite mit SelbstLiebe aufzunehmen.

 

Literaturtipp

 

Albert Metzler Free your mind - Das kreative SelbstAlbert Metzler

Free your mind – Das kreative Selbst
Selbstbestimmt fühlen und denken – mehr Freiheit schöpfen
1. Auflage, Broschiert 103 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3938358564
ISBN-13: 978-3938358566
BusinessVillage Verlag

 

Weitere Inspirationen von Albert Metzler zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung

 

Reality of beauty – Das Schöne ist in Dir 4. Audio-Hörbuch-CDs
Stradivari des Universums Ein faszinierender Wegweiser in die grenzenfreie Welt des Möglichen
Beautiful Energies – Reality Coaching 1. Audio-Coaching-Hörbuch-CD
Free your mind – Das kreative Selbst Selbstbestimmt fühlen und denken – mehr Freiheit schöpfen
Alternatives Denken – Vom fremden Chaos zu eigener Struktur

 

Albert Metzler | Inspiration

 

Albert Metzler InspirationAlbert Metzler, Jahrgang 1976 ist internationaler Management-Trainer, Coach, Inspirator und Bestseller-Autor. Er führt Workshops auf dem ganzheitlichen Gebiet der Persönlichkeitsentwicklung durch. In seinen praxisorientierten Trainings, Workshops und Coachings unterrichtet er eine breite Palette von Themen nach seinem Coaching Modell des Alternativen Denkens.

Sein schöpferisches Themenprogramm vereinigt in sich praxisorientierte Inspirationen aus universellen Weisheitslehren, Persönlichkeitspsychologie, Philosophie der Gegenwart und Körpersprache. Dabei offenbart er die grenzenfreien Transformationsmöglichkeiten des kreativen Selbst auf der ganzheitlichen Integrationsebene des Körpers, des Geistes und der Seele.

Seine Klienten sind sowohl Privat-Personen als auch selbständige Unternehmer, Manager, Führungskräfte und Keynote-Speaker. Albert Metzler ist bekannt in der Öffentlichkeit als Management-Trainer und Bestseller-Autor. Seine zahlreichen Veröffentlichungen zu den Themen der Persönlichkeitsentwicklung (Bücher, Audio-Hörbücher, Film-Inspirationen, Fachpublikationen, Kunstausstellungen etc.) fanden bereits ein breites internationales Publikum in Deutschland, Österreich, Moldova und in der Schweiz.

 

Weitere Informationen und Kontakt

 

Albert Metzler Inspiration

Albert Metzler|Inspiration
Mainstrasse 12
41540 Dormagen

FON + 49 (0) 1578 – 160 22 81
FAX + 49 (0) 3212 – 129 25 93

Email@AlbertMetzler.de

http://www.AlbertMetzler.de

 

 

 

 

13
Okt
10

High werden ohne Drogen

Frederick E. Dodson High werden ohne DrogenHigh werden ohne Drogen – Ein Bewusstseinserweiterndes Handbuch von Frederick E. Dodson – bereits in der 5. Auflage im Bohmeier Verlag erschienen.

Alles, was ein Mensch tut, sagt oder denkt, tut er, um etwas zu fühlen oder um zu vermeiden, etwas zu fühlen. Das Streben nach Ruhm, Reichtum, Liebe, Erfolg, Erleuchtung, Sex läuft letztlich nur auf eine einzige Sache hinaus: Den Seinszustand und die Lebensqualität zu verbessern.

Dieses Buch zeigt auf, dass du die Bewusstseinszustände und Gefühle, die du dir wünschst, ganz einfach herbeiführen haben kannst. Sie kommen aus dir selbst und sind nicht von irgendwelchen materiellen Dingen und Objekten der äußeren Welt abhängig.

Dein Potenzial ist unbegrenzt. Und du erreichst deine Ziele sicherlich leichter, wenn du bereits „high“ bist, bevor du deine Ziele erreichst, anstatt das „Highsein“ von deinen Zielen abhängig zu machen.

In diesem Übungshandbuch findest du Techniken, um dein Bewusstsein zu erweitern, deinen Seins- und Geisteszustand zu verändern, verschiedene Arten von „High“-Zuständen selbst und ohne Zuhilfenahme fremder Substanzen zu erschaffen und so auch im ganz normalen Alltag abzuheben und zu fliegen.

 

Stimmen zum Buch

 

Ein schöpferisches Kompendium aus universeller Weisheit, spiritueller Vielfältigkeit und Magie der Liebe.

Erkenntnisreich, aufbauend und Klarheit schaffend.

Albert Metzler | Platinum News

 

Weitere Informationen zum Buch

 

Frederick E. Dodson High werden ohne DrogenFrederick E. Dodson
High werden ohne Drogen
Ein Bewusstseinserweiterndes Handbuch
5. Auflage, 206 Seiten
ISBN-10: 3890943632
ISBN-13: 978-3890943633
Bohmeier Verlag 2010

 

Frederick E. Dodson

 

Frederick E. Dodson, geb. 1974 in den USA, ist erfolgreicher Coach, Musiker und Bestseller-Autor von bisher 12 Büchern zu Themen des Bewusstseins und der Weiterentwicklung menschlichen Potentials. Er lebt in München und hält Seminare zu den Themen Sprachen, und Coachings im mentalen, emotionalen und spirituellen Bereich.

 

http://www.oceanofsilence.com

 

Bohmeier Verlag

 

Bohmeier Verlag ist ein Fachverlag für Fach- und Sachbücher zur Magie, Esoterik und alternativen Weltsichten. Im Bohmeier Verlag finden Sie über 350 Bücher und ausgesuchte spezielle Ratgeber zu folgenden Themen: Magie der Hexen- und Wicca, Vampiren und Werwölfen, Chaosmagie, Praxisbezogene Bücher zur Ritualmagie, Kabbala und Meditation, Bücher zur Sigillen-Magie von Austin Osman Spare, Werke über und zum Werk von Aleister Crowley und dessen Magick, Channelings und Kontakt zu Wesen und Geistern, Telepathie, Hellsehen, Wahrsagen, UFOs, Mythen und Rätsel der Vergangenheit, seltene und vielgesuchte Neuauflagen alter Grimoires über Magie, spezielle Bücher über die Magie der alten Völker und Orden, Magie für Singles, Erleuchtung und Entwicklung der Kundalini, Psycho- und Mind-Magie, also summa summarum eine große Auswahl für Anfänger und Fortgeschrittene.

 

Weitere Informationen und Kontakt

 

Johanna Bohmeier
Bohmeier Verlag
Konstantinstr. 6
D-04315 Leipzig

Fon: +49 (0) 341 68 12 8 11
Fax: +49 (0) 341 68 11 8 37

info@magick-pur.de
http://www.magick-pur.de

 

 

 

 

25
Mai
10

Aspekte der Wahrnehmung

Aspekte der Wahrnehmung: Inspiration zur inneren Erfüllung und Neuorientierung

Von Albert Metzler | Inspiration

Platinum News Lotos InspirationDas Leben in unserer Zeit hält eine unerschöpfliche Fülle an Möglichkeiten bereit, den Alltag mit interessanten Aufgaben, schöpferischen Tätigkeiten und inspirierenden Ereignissen der verschiedensten Art zu bereichern. Es gibt jeden Tag so viel Neues und Wissenswertes, so viel Unterhaltsames und Informatives, so viel, was man sich noch ansehen könnte, was man noch erreichen sollte, was man noch wahrnehmen und/oder erleben sollte. Die Menschen stehen vor geradezu unendlichen Mengen an Informationen und Handlungsoptionen, verfügen über grenzenfreie Spielräume, und die rasanten Fortschritte in Massenmedien, Wissenschaft und Technik potenzieren all das beinahe stündlich.

In die Essenz des Mentalen fließen somit immer mehr unterschiedliche Informationen und Inhalte hinein, deren jeweilige Darstellungsprojektionen abhängig von „der“ Realität sind, in der sich das Bewusstsein eines Individuums gerade befindet. Damit ist das, was wir im menschlichen Sinne auch unter Denken und Fühlen verstehen, etwas sehr viel Komplexeres, als das, als was es beispielsweise in der Persönlichkeitsforschung angesehen bzw. hinterfragt wird. Es ist immer ein multidimensionales Informationsgebilde im Spiel.

Die Wohlstands- und Konsumgesellschaft, in der wir leben, lässt auf den ersten Blick kaum noch etwas zu wünschen übrig; stattdessen kreiert sie selbst immer wieder neue Wünsche und nicht zuletzt künstliche Bedürfnisse, die sie danach zu befriedigen verspricht. Es macht den scheinbaren Eindruck, uns stünden einfach alle Möglichkeiten offen, unsere Bedürfnisse (und künstlich erzeugte Süchte) zu befriedigen und unser Leben mit den Dingen zu füllen, die uns glücklich machen. – Doch auch wenn das Leben eine schier grenzenfreie Fülle von Möglichkeiten zu sein scheint, echte Erfüllung bleibt im Leben für viele Menschen letztlich aus. Denn sie fühlen, dass Lebensqualität und Lebensfreude nicht dadurch entstehen, dass man immer auf dem neuesten technischen Stand ist, dass man immer die angesagtesten Künstler kennt, das exotischste Urlaubsziel bucht, die neuesten Informationen schon gelesen hat, die schönste Kleidung trägt, die angesagteste Wohnung in der City hat und/oder in allem am „besten“, am „schnellsten“ und/oder am „erfolgreichsten“ ist. Viele Menschen fragen sich nämlich immer öfter:

  • Wozu das alles?
  • Ist das wirklich wichtig für mein Selbst?
  • Welchen Sinn hat das eigentlich?
  • Und welchen Sinn hat mein persönliches Leben?

Längst ist es auch für die Persönlichkeitspsychologie zum Problem geworden, dass die Menschen unserer Gegenwart zunehmend und immer eindringlicher vor der Frage nach dem Sinn in ihrem Leben stehen. Und viele Menschen empfinden eine frustrierende Sinnlosigkeit ihres Da- und Hierseins. Schon Mitte der 1970er-Jahre lautete ein Befund der Psychologie: „Inzwischen ist die Sinnfrage zum brennendsten Problem von heute geworden, und zwar keineswegs etwa bloß im Sinne einer Malaise unter empfindsamen Intellektuellen. Vielmehr konnte etwa der amerikanische Psychiater Robert Coles beobachten, daß unter seinen Patienten auch die manuellen Arbeiter heute hauptsächlich über eines klagen, und das ist das Sinnlosigkeitsgefühl.“ (Frankl, Victor E.: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. S. 45 )

Auf die Frage, worauf dieses „abgründige Sinnlosigkeitsgefühl“ – diese existentielle Frustration der Menschen – zurückzuführen ist, würde der Psychologe Victor E. Frankl folgendermaßen antworten: „Im Gegensatz zum Tier sagen dem Menschen keine Instinkte, was er muß, und im Gegensatz zum Menschen von gestern sagen dem Menschen von heute keine Traditionen mehr, was er soll. Nun, weder wissend, was er muß, noch wissend, was er soll, scheint [der Mensch] nicht mehr recht zu wissen, was er will.“ (Frankl, Victor E.: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. S. 142) Es sieht ganz so aus, als fehlten den Menschen wichtige Orientierungspunkte und ein fester Halt im Leben. Beides brauchen Menschen jedoch, um in dieser schöpferischen Welt der unendlichen Vielfalt zurechtzukommen. Ansonsten verlaufen wir uns im Dickicht der Möglichkeiten, verlieren uns selbst im Tempo der Entwicklungen und in der Dynamik der komplexen Welt. Solange wir nicht wissen, was wir wollen, was uns wirklich wichtig ist im Leben, zieht es uns mal hierhin und mal dorthin, ohne dass wir selbst bestimmen, wohin es gehen soll.

Das Sinnlosigkeitsgefühl führt mit anderen Worten zu einer Orientierungslosigkeit, die die gesamte Lebensführung beeinträchtigt. Und die Welt, wie sie gegenwärtig ist, wird uns keine bestimmte Richtung anzeigen, die uns Sinn verspricht. Vielmehr sehen wir in ihr zahllose verschiedene und miteinander verbundene Wege, die Sinn und Erfüllung bereithalten könnten. Doch auszuwählen, welcher Weg der angemessen richtige ist, bleibt jedem selbst vorbehalten. Das ist natürlich grundsätzlich etwas Gutes, denn schließlich wollen wir letztlich unseren eigenen persönlichen Weg finden. Nur brauchen wir dafür etwas, woran wir unsere Auswahl ausrichten. Wir brauchen bewusste Inspirationen zur Orientierung.

Um noch einmal Victor Frankl zu zitieren: Wenn der Mensch nicht weiß, was er will, so „will er denn nur das, was die anderen tun […]. Oder aber er tut nur das, was die anderen wollen – von ihm wollen […].“ (Frankl, Victor E.: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. S. 142) Die Folgen sind Konformismus oder Totalitarismus. Außerdem kann ein spezifischer Neurotizismus entstehen, der nicht auf Komplexe und Konflikte im herkömmlichen Sinne zurückgeht, sondern auf Gewissenskonflikte, auf Wertkollisionen und auf eine existentielle Frustration, die eben auch in entsprechenden Neurosen ihren Ausdruck und Niederschlag finden kann. (Vgl. Frankl, Victor E.: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. S. 143) Anhaltspunkte für ihre Suche (Findung) nach Orientierung und Sinn finden viele Menschen in bestimmten weltanschaulichen und/oder religiösen Weisheitslehren. So unterschiedlich die einzelnen Lebensanschauungen sind, ist ihnen doch zumeist gemeinsam, dass sie eine Ordnung in die Dinge des Lebens bringen und eine Art Sinn formulieren wollen, der dem menschlichen Da- und Hiersein zukommt – dem individuellen und dem kollektiven. Die Ordnung umfasst dabei die verschiedensten Lebenssphären. Weltanschauliche oder religiöse Prinzipien regeln z. B. den Alltag, indem sie Gebete zu bestimmten Tageszeiten oder Richtlinien für die Mahlzeiten vorschreiben; sie formulieren ein Wertesystem, das bspw. in Form von Rechtsvorschriften und einer Ethik das Zusammenleben der Menschen (und anderer Lebewesen) „regelt“; sie sind Grundlage für Ansichten über Leben und Tod, Jenseits und Diesseits und/oder über das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft; sie schaffen ein einheitliches Weltbild, das Aufschluss gibt über das Woher und das Wohin des Menschen, über seine Stellung in der Welt und über sein Verhältnis zur Natur und/oder zu Gott bzw. zu den Göttern. Und nicht zuletzt geben sie Hoffnung in Form von Annahmen, dass es etwas gibt, das über uns selbst hinausweist und unserem Leben (Sein) Sinn verleiht.

Der in der Geschichte der Menschheit immer wieder vorkommende Missbrauch von religiösen und weltanschaulichen Ideen oder auch das Herbeizitieren von Traditionen und Bräuchen hat die Menschen jedoch auch misstrauisch gemacht gegenüber einer übergeordneten Instanz, Kraft oder Macht, an der sie ihr Leben orientieren sollen. Die Individualität und Einzigartigkeit des Einzelnen gewann im Zuge dessen immer mehr an Bedeutung. Insbesondere im abendländischen Kulturkreis vollzog sich eine weit reichende Säkularisierung und eine zunehmende Abkehr von Traditionen, Normen und Ideologien.

Folglich bedarf es neuer ordnungsgebender Strukturen. Diese können nun allerdings nicht mehr von einer höheren Instanz abgeleitet werden, sondern stützen sich ganz auf das Individuum (im Zusammenleben mit anderen Individuen). Der einzelne Mensch muss aus sich selbst heraus die neuen Strukturen und Gesetzmäßigkeiten entwickeln, auf deren Grundlage er sein Leben sinnvoll und bewusst gestalten kann. Damit konzentriert sich auch die Frage nach dem Sinn des menschlichen Da- und/oder Hierseins auf die Frage nach dem Sinn im individuellen Dasein. –Welchen Sinn hat mein Leben? Es wird also nicht mehr angenommen, dass es einen objektiven – also vom Menschen unabhängigen – Sinn gibt, der durch die Natur oder durch einen fremden Gott vorgegeben ist. Stattdessen setzt der Mensch sich selbst den Sinn seines schöpferischen Seins. Nach Ansicht des Philosophen Jean-Paul Sartre ergibt sich diese Verneinung eines transzendenten Sinns „aus der atheistischen Haltung und der Ablehnung eines vorgängigen Wesensbegriffs des Menschen“. „Der Mensch ist nur das, was er in der Folge seiner Handlungen aus sich machen wird. [Albert] Camus sieht die objektive Sinnfrage an der Kluft zwischen dem Menschen, der fragt, und der Welt, die vernunftwidrig schweigt, scheitern. Um seiner eigenen Identität willen muß der Mensch aber an seinem Sinnstreben festhalten. Indem er auf einen jenseitigen Sinn verzichtet, macht er das Leben zu einer menschlichen Angelegenheit, die unter Menschen geregelt werden muß. (Prechtl, Peter ; Burkard, Franz-Peter [Hg.]: Metzlers Philosophie-Lexikon. S. 476)

Das eigene Selbst erhält auf diese Weise eine besondere – und stetig wachsende – Bedeutung. Es wird zum zentralen Orientierungszentrum in der sich immer schneller und andauernd verändernden Welt. Dabei vollzieht sich der schöpferische Wandel in dem Bewusstsein der verschiedenen Gesellschaften und des Individuums asymmetrisch und nicht im Gleichschritt. Bei sich selbst sucht(findet) der Mensch nun nach Hinweisen darauf, wie der Weg aussieht, der sein Leben mit Sinn erfüllen kann, wo dieser Weg zu finden ist und was er tun muss, um ihn beschreiten zu können. Antworten auf die existentiellen Fragen des Lebens, Werte, die das Leben bestimmen, ein Weltbild, das Ordnung schafft, – all das sucht (findet) der Mensch fortan bei sich selbst. Das ist ein wichtiger Schritt für den Menschen: „Noch nie hat ein Tier danach gefragt, ob das Leben einen Sinn hat. Das tut eben nur der Mensch, und das ist […] der Ausdruck geistiger Mündigkeit, würde ich sagen. Denn es ist geistige Mündigkeit, wenn jemand es verschmäht, eine Antwort auf die Sinnfrage einfach aus den Händen der Tradition entgegenzunehmen, vielmehr darauf besteht, sich selber und selbständig auf die Suche nach Sinn zu begeben. (Frankl, Victor E.: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. S. 46)

Der Gedanke ist allerdings längst nicht so neuzeitlich, wie es vielleicht klingen mag. Schon bei den Stoikern der Antike findet er sich ganz ähnlich: „Nicht anders als die Epikureer gehen auch die frühen Stoiker von der Zeitsituation aus, in der die Frage nach einem Halt in der haltlos gewordenen Gegenwart den Vorrang gewinnt. Die Philosophie erhält daher bei ihnen unmittelbare Bedeutung für das menschliche Dasein. Sie ist ‚die Kunst der Lebensführung’. Nun finden […] die Stoiker den Sinn des Lebens […] in der Übereinstimmung mit sich selber. Dahinter steckt der Gedanke, daß sich der Mensch, nicht mehr sicher gegründet im Kosmos und in der Polis, nur noch auf sich selber stellen kann. Seine sittliche Aufgabe ist es, nicht eine allgemeine Tugend, sondern die in ihm als Individuum liegende besondere Idee des Menschen zu verwirklichen. (Weischedel, Wilhelm: Die philosophische Hintertreppe. S. 66) Doch auch, wenn der Mensch bei sich selbst – und nicht bei anderen oder bei einer höheren Instanz – nach Wegweisern für sein bewusstes Leben sucht, führt dies nicht automatisch dazu, wirklich individuelle und aus dem eigenen Selbst geschöpfte Bestimmungen zu entdecken. Finden wir etwas in uns selbst, heißt dies nicht zwangsläufig, dass es auch aus uns selbst heraus entstanden ist. Unser Denken, Fühlen und Wahrnehmen unterliegt vielen verschiedenen äußeren Einflüssen, die wir zudem häufig nicht einmal als solche erkennen, sodass wir Ansichten, Denkweisen, Wertevorstellungen, Überzeugungen etc. als unsere eigenen annehmen, ohne zu wissen, dass sie von fremden Archiven und Ihren Bibliotheken beeinflusst sind. Vielfältige, uns unbekannte Quellen speisen unser Denken und Fühlen. Und das in einem Maße, das uns zumeist oft kaum bewusst ist. Deshalb ist es offensichtlich nicht leicht, Fremdbestimmungen hinter sich zu lassen und zu den Inspirationen vorzudringen, die wirklich unser Selbst schöpferisch erschaffen. Diese sollen wir erst finden, wollen wir selbst Sinn und Orientierung in unserem Leben finden.

Aber was bleibt zunächst, als sich auf bereits Bekanntes und Bestehendes zu stützen? So sind es erst einmal Erfahrungswerte, die uns scheinbar Anhaltspunkte geben wollen. An unseren Erfahrungen überprüfen wir, was „gut „und was „weniger gut“ für uns war, welche Entscheidungen sich als „richtig“ und welche sich als „falsch“ herausgestellt haben. Wir können abwägen, einordnen, vergleichen, selektieren, bewerten etc., was für uns von Bedeutung war und was für bevorstehende Wahlmöglichkeiten bei Entscheidungen relevant sein werden. Lebenserfahrungen unterschiedlichster Art geben uns das Gefühl von Sicherheit in unseren Entscheidungsprozessen. Wir schätzen ungefähr ab, welche Folgen zu erwarten sind und welche Auswirkungen sie auf uns selbst haben können. So können wir der Ungewissheit über zukünftige Ereignisse mit mehr Gelassenheit begegnen, denn vor allen Dingen das Unvorhersehbare verunsichert uns oft. Und Erfahrungen geben uns das Gefühl, Dinge bis zu einem gewissen Grad vorhersehen zu können.

Mit dem vermehrten Rückgriff auf die eigene Erfahrungswelt (ohne Erkenntnisse!) unterwerfen Menschen sich jedoch auch einer nicht zu vernachlässigenden Selbstbeschränkung. Denn es entsteht hier die Gefahr, dass sie sich allzu sehr auf ihre Erfahrungen verlassen und sich dem Unbekannten und dem Neuen zu sehr verschließen. Alternative Zukunftsszenarien werden dann z. B. gar nicht mitgedacht und so werden die Auswahlmöglichkeiten für den Entscheidungsvorgang von vornherein stark reduziert. Und niemand weiß, ob damit nicht vielleicht eine kreativere Lösung unberücksichtigt bleibt. Mögliche neuartige Wege, den Sinn im eigenen Da- und Hiersein zu finden, werden so ganz einfach nicht wahrgenommen. Und wenn das Wagnis, etwas Neues auszuprobieren, gar nicht gesehen wird, bleiben unter diesen Umständen auch bisher verborgene Perspektiven des eigenen Selbst einfach unentdeckt und die in uns fließende schöpferische Energie wird unwirksam.

Entscheidend ist überdies, dass unsere vieldimensionale Welt nicht mehr wahrzunehmen ist, wenn man sich Neuem und Unbekanntem verschließt. Denn sie unterliegt einem Veränderungsfluss und schafft immer mehr neue Realitäten, die die Menschen als wirklich erfassen müssen, um sich in ihnen zurechtzufinden. Die Vielzahl der Möglichkeiten einfach zu ignorieren, sich die Welt so zurechtzulegen, dass sie wieder überschaubar ist – das kann weder zum Erfolg noch zur innerer Zufriedenheit führen. Dem Menschen stellt sich aktuell die Frage, wie er die vielschichtigen Realitäten des Daseins in sein Leben integrieren kann. So wie es scheint, bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als sich auf die gegebene Komplexität einzustellen und auch völlig neue Denkweisen auszuprobieren.

Der Mensch kann sich schließlich nicht abschotten gegenüber den Entwicklungen in der Welt. Denn ihm steht keine andere Welt zur Verfügung als eben seine, und letztlich ist er ja für die Gestaltung der Entwicklungen selbst verantwortlich. Seine eigene Fortentwicklung ist es schließlich, die die Fortschritte in der Welt vorantreibt. Die Eigendynamik dieser Vorgänge führt dazu, dass es nun zu einem wahren Wechselspiel gegenseitigen Vorantreibens kommt. Immer wieder entdecken, entwickeln, erfinden Menschen Neues und schaffen damit selbst neue Wahrnehmungsinspirationen verschiedener Wirklichkeiten. Doch sind diese Prozesse oft so rasant und einschneidend, dass der Mensch wieder einen gewissen Impuls braucht, um sie bewusst wahr zu nehmen.

Ein weiterer Aspekt will hier bewusst erwähnt sein wie im zunehmenden Maße etwas Sonderbares passiert: buchstäblich ohne Vorankündigung tritt auf einmal bei einzelnen Menschlichen eine erweiterte Wahrnehmungsfähigkeit des eigenen schöpferischen Selbst auf. Über die vertraute Pfade unserer biologischen Sinne hinausreichend erfährt das einzelne Bewusstsein menschlicher Individuen einen persönlichen Zugang zu Einsichten, Wahrnehmungen und regelrechten Erkenntnissen höherer ganzheitlicher Universalordnung und -Struktur.

Die Wirklichkeit in ihrer Vieldimensionalität wird dadurch vom Menschen selbst in all ihren transzendenten und zugleich individuellen Erscheinungsformen bewusster wahrgenommen und neu kreiert.


Literaturtipp


Albert Metzler Free your mind Das kreative SelbstAutor: Albert Metzler
Free your mind – Das kreative Selbst
Selbstbestimmt fühlen und denken
1. Auflage, Broschiert 103 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3938358564
ISBN-13: 978-3938358566
BusinessVillage Verlag für die Wirtschaft 2007


Albert Metzler | Inspiration


Albert Metzler InspirationAlbert Metzler, Jahrgang 1976 ist internationaler Management-Trainer, Coach, Inspirator und Bestseller-Autor. Er führt Workshops auf dem ganzheitlichen Gebiet der Persönlichkeitsentwicklung durch. In seinen praxisorientierten Trainings, Workshops und Coachings unterrichtet er eine breite Palette von Themen nach seinem Coaching Modell des Alternativen Denkens.

Sein schöpferisches Themenprogramm vereinigt in sich praxisorientierte Inspirationen aus universellen Weisheitslehren, Persönlichkeitspsychologie, Philosophie der Gegenwart und Körpersprache. Dabei offenbart er die grenzenfreien Transformationsmöglichkeiten des kreativen Selbst auf der ganzheitlichen Integrationsebene des Körpers, des Geistes und der Seele.

Seine Klienten sind sowohl Privat-Personen als auch selbständige Unternehmer, Manager, Führungskräfte und Keynote-Speaker. Albert Metzler ist bekannt in der Öffentlichkeit als Management-Trainer und Bestseller-Autor. Seine zahlreichen Veröffentlichungen zu den Themen der Persönlichkeitsentwicklung (Bücher, Audio-Hörbücher, Film-Inspirationen, Fachpublikationen, Kunstausstellungen etc.) fanden bereits ein breites internationales Publikum in Deutschland, Österreich, Moldova und in der Schweiz.


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E. Schrott, H.P.T. Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin: Eine Gegenüberstellung

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